PCB im untertägigen Bergbau

PCB ist seit 1989 in Deutschland verboten.

Unter Tage kam PCB vielfältig zum Einsatz, wie ehemalige Bergleute bis heute lebhaft zu berichten wissen.

Die RAG Aktiengesellschaft hat mit einer Pilotstudie aus dem Jahr 2019 untersucht, ob eine PCB Belastung aus beruflichem Kontakt im Steinkohlenbergbau nach mehreren Jahrzehnten noch nachweisbar sein könnte.

Das Ergebnis ist erschreckend.

Blutproben von 208 ehemaligen Bergleuten ergaben bei 46 % der Proben erhöhte Werte für einzelne PCBs.

Nach weiteren fast sieben Jahren werden nun in einer Folgestudie mögliche Gesundheitsschäden durch den PCB Einsatz unter Tage untersucht.

Dabei soll wissenschaftlich geprüft werden, ob der berufliche Kontakt gegenüber PCBs im Steinkohlenbergbau nach Jahrzehnten nachweisbar ist und mit gesundheitlichen Auswirkungen verbunden sein kann.

Man sollte annehmen, dass dies bereits bei dem Verbot 1989 bekannt war.

Über 35 Jahre später wird offenbar Handlungsbedarf erkannt.

Die Berufskrankheitenverordnung bezeichnet die Berufskrankheit Nummer 1302 als offenen Berufskrankheitentatbestand, der hierzu eine Entschädigung gesundheitlicher Folgen dieser Belastung gegebenenfalls möglich macht.

Es fragt sich, wie lange die entsprechenden Erkenntnisse noch auf sich warten lassen sollen.

Die Gesundheit vieler ehemaliger Bergleute aus dem untertägig Bergbau ist bereits heute in Mitleidenschaft gezogen.

Die Teilnahme an der Folgestudie erfolgt unter dem Titel
MIA: Messung von PCB im Blut von Bergleuten und Identifikation möglicher gesundheitlicher Auswirkungen
Hierbei werden 5000 ehemalige Bergleute untersucht.
Die Folge Studie MIA wird im Auftrag der RAG Aktiengesellschaft durchgeführt durch das IPASUM, Institut und Poliklinik für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin der Friedrich-Alexander-Universität, Erlangen-Nürnberg und Oracle Life Science.

Miriam G. Battenstein
Rechtsanwältin

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