{"id":647,"date":"2017-10-09T10:55:05","date_gmt":"2017-10-09T08:55:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.battenstein.com\/blog\/?p=647"},"modified":"2017-10-09T10:55:05","modified_gmt":"2017-10-09T08:55:05","slug":"auslandsunfallversicherung-und-auslandsberufskrankheitenversicherung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.battenstein.com\/blog\/2017\/10\/09\/auslandsunfallversicherung-und-auslandsberufskrankheitenversicherung\/","title":{"rendered":"Auslandsunfallversicherung und Auslandsberufskrankheitenversicherung"},"content":{"rendered":"<p>Auslandsunfallversicherung und Auslandsberufskrankheitenversicherung bei Ausstrahlung im Falle einer Asbestkrebserkrankung, Berufskrankheit Nr. 4105, hilfsweise Pr\u00fcfung des Vorliegens einer Formalversicherung<\/p>\n<p>Ein Fall des Sozialgerichts Gie\u00dfen, S 1 U 108\/16, gibt Anla\u00df zu diesem Blogvermerk.<\/p>\n<p>Der Versicherte, fr\u00fcher Mitarbeiter eines gro\u00dfen deutschen Industrieunternehmens erlitt im Zuge eines Auslandseinsatzes f\u00fcr das selbe Unternehmen eine Berufskrankheit Nr. 4105, Pleuramesotheliom.<\/p>\n<p>Als die Berufsgenossenschaft einwendete, es handele sich um keinen Fall der deutschen Berufsgenossenschaft, stellte sich heraus, da\u00df das Mitgliedsunternehmen MAN AG Werk N\u00fcrnberg im Lohnnachweis das Entgelt des Versicherten und nunmehr Erkrankten nachgewiesen hatte, und zwar der Berufsgenossenschaft.<\/p>\n<p>Insofern lag der Versicherungsschutz nahe bereits im Sinne der gesetzlichen Versicherung, weil die Auslegungsvorschrift des \u00a7 2 Abs. 2 dahingeht, im Falle der Auslegung sozialrechtlicher Vorschriften sicherzustellen, da\u00df die sozialen Rechte des Anspruchsstellers m\u00f6glichst weitgehend verwirklicht werden.<\/p>\n<p>Hilfsweise h\u00e4tte das Sozialgericht die Frage der Formalversicherung beachten m\u00fcssen, deren wichtigste Grundlage die Zahlung des Beitrags des deutschen Unternehmens an die Versicherung, d.h. die Berufsgenossenschaft, darstellt.<\/p>\n<p>Die Handhabung, im Ausland befindliche Mitarbeiter deutscher Mitgliedsunternehmen der Berufsgenossenschaft unter den deutschen Versicherungsschutz zu stellen, entsprach der damaligen berufsgenossenschaftlichen Entsch\u00e4digungspraxis, wonach berufsgenossenschaftlich hingenommen wurde, da\u00df die Mitgliedsunternehmen f\u00fcr den entsprechenden Mitarbeiter im Ausland die Beitr\u00e4ge zur deutschen Berufsgenossenschaft zahlten.<\/p>\n<p>Das Sozialgericht Gie\u00dfen mochte auch nicht die Entscheidung des Bundessozialgerichts vom 05.09.2006, B 2 U 24\/05 R, respektieren, wo es hei\u00dft:<\/p>\n<p>\u201eIm Zugunstenverfahren nach \u00a7 44 SGB X haben Verwaltung und Gerichte auch ohne neues Vorbringen des Antragstellers zu pr\u00fcfen, ob bei Erla\u00df des bindend gewordenen Verwaltungsaktes das Recht unrichtig angewandt wurde.\u201c<\/p>\n<p>Statt dessen forderte das Sozialgericht Gie\u00dfen neuen Vortrag, und zwar entgegen also der zitierten Rechtsprechung des Bundessozialgerichts.<\/p>\n<p>Der Rechtsstreit um einen solchen Fall ist kein Anla\u00df, nicht auszuermitteln, welche Rundschreiben die Berufsgenossenschaften damals ihren Mitgliedsunternehmen dieserhalb zukommen gelassen haben.<\/p>\n<p>Jedenfalls ist der Ablehnungsgrund nicht \u00fcberzeugend, die Berufsgenossenschaft h\u00e4tte keine M\u00f6glichkeit zu pr\u00fcfen, ob die Beitr\u00e4ge, die vom Mitgliedsunternehmen der Berufsgenossenschaft mitgeteilt worden sind, tats\u00e4chlich geflossen sind.<\/p>\n<p>Dies war erwiesen aufgrund der Auskunft des Mitgliedsunternehmens.<\/p>\n<p>Noch Jahrzehnte sp\u00e4ter kann eine Witwe \u00dcberpr\u00fcfungsantrag stellen und auch zum wiederholten Male, wenn sich die zutreffende Rechtsansicht des Versicherungsschutzes kraft Auslandsunfallversicherung oder Formalversicherung nicht durchsetzt bislang.<\/p>\n<p>Rechtsanwalt<br \/>\nFachanwalt f\u00fcr Sozialrecht<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Auslandsunfallversicherung und 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