{"id":375,"date":"2011-06-21T12:00:50","date_gmt":"2011-06-21T10:00:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.battenstein.com\/blog\/?p=375"},"modified":"2011-06-21T12:07:11","modified_gmt":"2011-06-21T10:07:11","slug":"bandscheibengeschadigte-krankenschwester","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.battenstein.com\/blog\/2011\/06\/21\/bandscheibengeschadigte-krankenschwester\/","title":{"rendered":"Bandscheibengesch\u00e4digte Krankenschwester"},"content":{"rendered":"<p>Versto\u00df gegen die Denkgesetze im Falle einer bandscheibengesch\u00e4digten Krankenschwester bei einer Lebensarbeitsdosis von 127 % = Dosis nach dem MDD-Modell in H\u00f6he von 21,65 Nh.<\/p>\n<p>Im folgenden Fall urteilte das Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen &#8211; L 17 U 234\/09 &#8211; gegen die Berufskrankheit der Krankenschwester, die von 1977 bis Juni 2006 als Krankenschwester lendenwirbels\u00e4ulengef\u00e4hrdet t\u00e4tig war.<\/p>\n<p>Bei einer CT-Untersuchung der unteren Lendenwirbels\u00e4ule am 06.07.2006 zeigte sich ein Bandscheibenvorfall L5\/S1 und eine schwere Osteochondrose L4\/L5.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend nun alles f\u00fcr das Vorliegen der Berufskrankheit 2108 sprach, die arbeitstechnischen Voraussetzungen waren gegeben und ein schwerer Lendenwirbels\u00e4ulenschaden im Sinne eines Bandscheibenschadens lag vor, wu\u00dften es die Gutachter und damit dann auch das Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen besser, und zwar anhand der sog. Konsensusempfehlungen.<\/p>\n<p>Diese Konsensusempfehlungen sind herausgegeben vom Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften und von daher ein typisches Parteigutachten antizipierter Art.<\/p>\n<p>Die schwere Bandscheibenerkrankung der Lendenwirbels\u00e4ule soll dann nicht entsch\u00e4digt werden, weil gleichzeitig an der &#8222;belastungsfernen &#8211; HWS&#8220; (Halswirbels\u00e4ule) ebenfalls ein Bandscheibenschaden zu verzeichnen ist.<\/p>\n<p>Deutlicher kann man die Denkgesetze nicht verletzen, wenn man aufgrund eines weiteren Schadens den Erstschaden ausschlie\u00dft, gleich, ob es sich um dasselbe Organ handelt oder nicht.<\/p>\n<p>\u00dcberdeutlich verletzt wird \u00fcberdies auch die sog. Kausalit\u00e4tsnorm der gesetzlichen Unfallversicherung und Berufskrankheitenversicherung, in dem Sinne, da\u00df wesentliche Miturs\u00e4chlichkeit der beruflichen Bedingung vollkommen ausreichend ist.<\/p>\n<p>Statt dessen pflegt der 17. Senat des Landessozialgerichts Nordrhein-Westfalen hier einen monokausalen Ansatz bzw. die monokausale Anforderung der Urs\u00e4chlichkeit der beruflichen Bedingungen.<\/p>\n<p>Demgegen\u00fcber mu\u00df auf BSG in NJW 1964, 2222 Bezug genommen werden, wo die Rede ist von eben dieser Kausalit\u00e4tsnorm und der Hinweis gegeben wird, da\u00df selbst eine verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig niedriger zu werdende Bedingung beruflicher Art sehr wohl wesentlich sein kann.<\/p>\n<p>Wie eine solche Urs\u00e4chlichkeit bzw. Miturs\u00e4chlichkeit ausgeschlossen werden kann im vorliegenden Fall, erschlie\u00dft sich nicht.<\/p>\n<p>Vielmehr wird auch die praktische Lebenserfahrung verletzt, kraft derer zu folgern w\u00e4re, da\u00df eine typische Belastung einer Krankenschwester auch ein entsprechendes Schadensbild generiert, was die Lendenwirbels\u00e4ule anbetrifft.<\/p>\n<p>Alle wesentlichen Entscheidungen, also auch die Umschreibung etwa der Berufskrankheit Nr. 2108 sind dem Gesetzgeber, hier dem Verordnungsgeber vorbehalten und nicht etwa dem Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften oder dem Spitzenverband der gesetzlichen Unfallversicherung, welche als Herausgeber von Beweisregeln firmieren, die mit den Denkgesetzen nicht in Einklang zu bringen sind.<\/p>\n<p>Der Berufsrichter eines anderen Berufungsgerichtes \u00e4u\u00dferte sich dahingehend, da\u00df es im Bereich der Sozialgerichtsbarkeit den Begriff des Parteigutachtens nicht g\u00e4be.<\/p>\n<p>Da fragt es sich, was denn die Rechtsuchenden tagt\u00e4glich in den Berufskrankheitsf\u00e4llen erleben.<\/p>\n<p>Rechtsanwalt<br \/>\nFachanwalt f\u00fcr Sozialrecht<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Versto\u00df gegen die Denkgesetze im Falle einer bandscheibengesch\u00e4digten Krankenschwester bei einer Lebensarbeitsdosis von 127 % = Dosis nach dem MDD-Modell in H\u00f6he von 21,65 Nh.","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,121],"tags":[418,10,96,718,86,717,420,382,115],"class_list":["post-375","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-berufskrankheiten-rechtsprechung-zur-berufskrankheit","tag-bandscheibe","tag-berufsgenossenschaft","tag-berufskrankheitenversicherung","tag-berufskrankheitsfalle","tag-berufungsgericht","tag-erstschaden","tag-krankenschwester","tag-lendenwirbelsaule","tag-parteigutachten","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.battenstein.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/375","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.battenstein.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.battenstein.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.battenstein.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.battenstein.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=375"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.battenstein.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/375\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":379,"href":"https:\/\/www.battenstein.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/375\/revisions\/379"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.battenstein.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=375"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.battenstein.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=375"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.battenstein.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=375"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}