{"id":347,"date":"2010-12-07T23:23:36","date_gmt":"2010-12-07T21:23:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.battenstein.com\/blog\/?p=347"},"modified":"2010-12-09T14:15:18","modified_gmt":"2010-12-09T12:15:18","slug":"unfall-bei-wetten-das-in-dusseldorf-am-04-12-2010","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.battenstein.com\/blog\/2010\/12\/07\/unfall-bei-wetten-das-in-dusseldorf-am-04-12-2010\/","title":{"rendered":"Unfall bei &#8222;Wetten, da\u00df &#8230;.?&#8220; in D\u00fcsseldorf am 04.12.2010"},"content":{"rendered":"<p>hier: Fragen des Versicherungsschutzes f\u00fcr Artisten<\/p>\n<p>Zum Sachverhalt:<\/p>\n<p>&#8222;Ein 23-j\u00e4hriger Wettkandidat wollte mit Sprungfedern an den F\u00fc\u00dfen \u00fcber frontal auf ihn zufahrende Autos unterschiedlicher Gr\u00f6\u00dfe jeweils springen.<\/p>\n<p>Beim vierten Wagen mi\u00dfgl\u00fcckte der Salto, mit der Folge einer schrecklichen Sturzverletzung bzw. eines schrecklichen Sturzes.<\/p>\n<p>Bei der Frage nach dem Unfallversicherungsschutz findet sich im Sozialgesetzbuch VII zun\u00e4chst nichts.<\/p>\n<p>\u00a7 539 Abs. 1 Nr. 3 der damals g\u00fcltigen Reichsversicherungsordnung sah dagegen eine Pflichtversicherung vor f\u00fcr &#8222;Personen, die zur Schaustellung oder Vorf\u00fchrung k\u00fcnstlerischer oder artistischer Leistungen vertraglich verpflichtet sind&#8220;.<\/p>\n<p>Diese Regelung des \u00a7 539 Abs. 1 Nr. 3 RVO galt bis zum 31.12.1996.<\/p>\n<p>Die Aufrechterhaltung einer Versicherungspflicht kraft Gesetzes f\u00fcr diese Personen wurde vom Gesetzgeber f\u00fcr nicht mehr erforderlich gehalten, da die betreffenden Personen als Unternehmer kraft Satzung nach \u00a7 3 oder freiwillig nach \u00a7 6 Versicherungsschutz erlangen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Man kann nur beten im konkreten Fall, da\u00df dieser Versicherungsschutz erreicht ist.<\/p>\n<p>Statt nun aber den Arbeitsunfallversicherungsschutz immer weiter abzubauen durch Gesetzgeber und die Entsch\u00e4digungspraxis der Berufsgenossenschaft, h\u00e4tte es eben dem Gesetzgeber und den Berufsgenossenschaften wohl angestanden, das Schutzbed\u00fcrfnis dieses Personenkreises durch entsprechende Pflichtversicherung aufrechtzuerhalten.<\/p>\n<p>Bei einigerma\u00dfen gutem Willen des Unfallversicherungstr\u00e4gers k\u00f6nnte allerdings folgende Regelung des \u00a7 2 Abs. 2 SGB VII gelten:<\/p>\n<p>&#8222;Ferner sind Personen versichert, die wie nach Abs. 1 Nr. 1 Versicherte t\u00e4tig werden.&#8220;<\/p>\n<p>Dabei handelt es sich um eine Auffangklausel f\u00fcr ansonsten nicht versicherte Personen.<\/p>\n<p>Leistungen der Berufsgenossenschaft etwa sind die Gew\u00e4hrung eines Verletztengeldes f\u00fcr die Zeit der Arbeitsunf\u00e4higkeit, etwa gleichbedeutend dem Krankengeld, eine Verletztenrente bei verbliebenem Dauerschaden, die bis zu 100 % bzw. bis zur Vollrente reichen kann = 2\/3 des Bruttojahresarbeitsverdienstes bzw. der Versicherungssumme respektive des Mindestjahresverdienstes.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem sind Leistungen der Berufshilfe bzw. zur Teilhabe am Arbeitsleben etwa angezeigt, wie Wohnungshilfe und andere Erleichterungen.<\/p>\n<p>Im Fall des verletzten Artisten kann man nur w\u00fcnschen, da\u00df dieser wieder auf die Beine kommt und erfolgreich die Rehabilitation durchl\u00e4uft.<\/p>\n<p>Da\u00df Ungl\u00fccke passieren k\u00f6nnen, ist das Eine.<\/p>\n<p>Da\u00df aber derartige Unf\u00e4lle nicht versichert sein sollen, erscheint als nicht hinnehmbar.<\/p>\n<p>Rechtsanwalt<br \/>\nFachanwalt f\u00fcr Sozialrecht<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Unfall bei \"Wetten, da\u00df ....?\" hier: Fragen des Versicherungsschutzes f\u00fcr Artisten Zum Sachverhalt: \"Ein 23-j\u00e4hriger Wettkandidat wollte mit Sprungfedern an den F\u00fc\u00dfen \u00fcber frontal auf ihn zufahrende Autos unterschiedlicher Gr\u00f6\u00dfe jeweils 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