{"id":223,"date":"2024-02-03T12:55:44","date_gmt":"2024-02-03T10:55:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.battenstein.com\/blog\/?p=223"},"modified":"2025-02-03T13:20:42","modified_gmt":"2025-02-03T11:20:42","slug":"gesetzliche-vermutung-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.battenstein.com\/blog\/2024\/02\/03\/gesetzliche-vermutung-2\/","title":{"rendered":"Gesetzliche Vermutung"},"content":{"rendered":"<p>Gesetzliche Vermutung des \u00a7 9 Abs. 3 SGB VII, da\u00df der Berufskrankheitenlistenstoff urs\u00e4chlich f\u00fcr die Berufskrankheit geworden ist, etwa Asbest<\/p>\n<p>Diese Einf\u00fchrung einer gesetzlichen Vermutung in \u00a7 9 Abs. 3 SGB VII wurde offenbar ausgel\u00f6st durch einen Aufsatz seinerzeit des Verfassers also unserer Anwaltskanzlei, zum Thema: Strengbeweis zu Lasten der gewerblichen Arbeiter, aber Umkehr der Beweislast zu Gunsten des Beamten im Berufskrankheitsfall, sinngem\u00e4\u00df.<\/p>\n<p>Zwar ist die Einf\u00fchrung der gesetzlichen Vermutung zu begr\u00fc\u00dfen, allerdings findet diese gesetzliche Vermutung wenig Resonanz in der berufsgenossenschaftlichen Entsch\u00e4digungspraxis der Berufskrankheiten.<\/p>\n<p>Der Wortlaut der gesetzlichen Vermutung ist wie folgt:<\/p>\n<p>\u201eErkranken Versicherte, die in Folge der besonderen Bedingungen ihrer versicherten T\u00e4tigkeit in erh\u00f6htem Ma\u00dfe der Gefahr der Erkrankung an einer in der Rechtsverordnung genannten Berufskrankheit ausgesetzt waren an einer solchen Krankheit und k\u00f6nnen Anhaltspunkte f\u00fcr eine Verursachung au\u00dferhalb der versicherten T\u00e4tigkeit nicht festgestellt werden, wird vermutet, da\u00df diese in Folge der Versichertent\u00e4tigkeit verursacht worden ist.\u201c<\/p>\n<p>Diese gesetzliche Vermutung kam etwa einer \u00c4rztin zugute, die sich beruflich an Aids infizierte, Berufskrankheit Nr. 3101 der Berufskrankheitenliste, wo also die Berufsgenossenschaft eine anderweitige Verursachung nicht dartun konnte.<\/p>\n<p>Bei den Asbestosen der Asbestwerker allerdings findet das Gegenteil statt, indem statt der gesetzlichen Vermutung bzw. statt diese anzuwenden, auf eine idiopatisch verursachte Lungenfibrose abgehoben wird.<\/p>\n<p>Ohne jeden Nachweis der anderweitigen Verursachung wird die Asbestbelastung etwa des Dachdeckers beim Schneiden von Asbestzement au\u00dfer acht gelassen, wenn man berufsgenossenschaftlich die Lungenfibrose Grad III einer schicksalhaften Entstehung zurechnet.<\/p>\n<p>Eine Asbestose des Grades III d\u00fcrfte eine hohe MdE verursachen.<\/p>\n<p>Es wird dem Betroffenen im Asbestbereich nicht eben selten die Verletztenrente vorenthalten und sp\u00e4ter den Hinterbliebenen die Witwen- und Waisenrenten.<\/p>\n<p>Die idiopatische Lungenfibrose hat sehr zu unrecht als die gro\u00dfe Unbekannte andere Ursache den Asbestosen gewisserma\u00dfen den Rang abgelaufen, die nicht mehr erkannt werden, obwohl die Betroffenen Jahrzehnte mit Asbest Umgang hatten beruflich.<\/p>\n<p>Deshalb sei nachdr\u00fccklich die gesetzliche Vermutung wie oben bezeichnet in Erinnerung gerufen, um etwa dem Wirken des berufsgenossenschaftlichen Mesotheliom-Registers in der Entwicklung idiopatischer Asbestosen entgegenzuwirken.<\/p>\n<p>Rechtsanwalt<br \/>\nFachanwalt f\u00fcr Sozialrecht<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Gesetzliche Vermutung des \u00a7 9 Abs. 3 SGB VII, da\u00df der Berufskrankheitenlistenstoff urs\u00e4chlich f\u00fcr die Berufskrankheit geworden ist, etwa 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