{"id":166,"date":"2010-04-18T09:44:57","date_gmt":"2010-04-18T07:44:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.battenstein.com\/blog\/?p=166"},"modified":"2010-04-02T20:50:49","modified_gmt":"2010-04-02T18:50:49","slug":"berufliche-larmschwerhorigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.battenstein.com\/blog\/2010\/04\/18\/berufliche-larmschwerhorigkeit\/","title":{"rendered":"Berufliche L\u00e4rmschwerh\u00f6rigkeit"},"content":{"rendered":"<p>Berufliche L\u00e4rmschwerh\u00f6rigkeit, Berufskrankheit-Nr. 2301<\/p>\n<p>Der Kl\u00e4ger in einem Rechtstreit vor dem Sozialgericht Wiesbaden &#8211; S 1 U 81\/08 -, es ging um ein \u00dcberpr\u00fcfungsverfahren, war von 1957 bis 1969 als Schlosser im Maschinenbau t\u00e4tig, von 1969 bis 1976 als Arbeitsvorbereiter und Sachbereiter, von 1976 bis 1992 in der Dreherei, von 1992 bis 1997 Lagerverwalter und bis Oktober 1997 Arbeitsvorbereiter.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich zu den H\u00f6rverlusten erlitt der Kl\u00e4ger dieses Falles einen beidseitigen Tinnitus, wobei die Ohrger\u00e4usche offenbar in den Jahren 1994 bzw. 1995 aufgetreten sind.<\/p>\n<p>Die Berufsgenossenschaft bestreitet einen Zusammenhang der gesamten H\u00f6rverluste mit der beruflichen Exposition und \u00fcberdies auch einen Zusammenhang der Ohrger\u00e4usche mit der L\u00e4rmt\u00e4tigkeit.<\/p>\n<p>Das Sozialgericht Wiesbaden h\u00e4lt daf\u00fcr, da\u00df nur f\u00fcr die Zeit von 1957 bis 1969 eine L\u00e4rmbelastung von 90 dB(A) vorgelegen h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Dabei hat in einem vorausgegangenen Verfahren das Gericht nicht in Abrede gestellt, da\u00df der Betroffene auch im Rahmen der Aus\u00fcbung der Folget\u00e4tigkeiten L\u00e4rm ausgesetzt gewesen sei.<\/p>\n<p>Nach den Feststellungen des Technischen Aufsichtsdienstes der Beklagten habe aber der dortige L\u00e4rmpegel nicht mehr als 85 dB(A) erreicht.<\/p>\n<p>Nach den medizinischen Erkenntnissen sei geh\u00f6rsch\u00e4digend indes ein Dauerl\u00e4rm oberhalb von 90 dB(A) w\u00e4hrend des \u00fcberwiegenden Teils der Arbeitszeit.<\/p>\n<p>Richtig ist, da\u00df eine berufliche L\u00e4rmschwerh\u00f6rigkeit bereits bei einer Exposition von 85 dB(A) erreicht ist.<\/p>\n<p>Entscheidend sind allerdings die L\u00e4rmspitzen, die in dem berufgenossenschaftlichen Feststellungsverfahren in keinem Fall ausgewiesen werden, obwohl diese die Vert\u00e4ubung bedingen, welche schlie\u00dflich zur L\u00e4rmschwerh\u00f6rigkeit f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Wenn dann w\u00e4hrend der T\u00e4tigkeiten mit L\u00e4rmspitzen die Ohrger\u00e4usche aufgetreten sind, kann das Soziagericht beim besten Willen nicht behaupten, hier sei eine L\u00e4rmpause vorhanden gewesen, so da\u00df Ohrger\u00e4usche nicht h\u00e4tten eintreten k\u00f6nnen wegen der L\u00e4rmschwerh\u00f6rigkeit.<\/p>\n<p>Denn die L\u00e4rmspitzen waren weiterhin gegeben.<\/p>\n<p>Der Mangel im vorliegenden Verfahren liegt insbesondere darin, da\u00df kein unabh\u00e4ngiges arbeitstechnisches Sachverst\u00e4ndigengutachten eingeholt wird, sondern die technische Expertise des Technischen Aufsichtsbeamten der beklagten Berufsgenossenschaft zugrundegelegt wird gerichtsseitig.<\/p>\n<p>Aber selbst in diesem Fall h\u00e4tte das Sozialgericht den Zusammenhang der Ohrger\u00e4usche mit den L\u00e4rmbelastungen nicht \u00fcbersehen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Berufung ist eingelegt.<\/p>\n<p>Entscheidend d\u00fcrfte sein, ob f\u00fcr den Kl\u00e4ger 20 % MdE erreicht sind, was in etwa 20 % des Nettoeinkommens entsprechen w\u00fcrde, unabh\u00e4ngig davon, ob ein Verdienstausfall erlitten ist oder nicht.<\/p>\n<p>Rechtsanwalt<br \/>\nFachanwalt f\u00fcr Sozialrecht<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berufliche L\u00e4rmschwerh\u00f6rigkeit, Berufskrankheit-Nr. 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