{"id":128,"date":"2010-03-02T14:54:13","date_gmt":"2010-03-02T12:54:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.battenstein.com\/blog\/?p=128"},"modified":"2010-02-28T15:59:00","modified_gmt":"2010-02-28T13:59:00","slug":"lungenkrebserkrankung-durch-strahlenbelastung-im-uranbergbau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.battenstein.com\/blog\/2010\/03\/02\/lungenkrebserkrankung-durch-strahlenbelastung-im-uranbergbau\/","title":{"rendered":"Lungenkrebserkrankung durch Strahlenbelastung im Uranbergbau"},"content":{"rendered":"<p>Lungenkrebserkrankung durch Strahlenbelastung im Uranbergbau;<\/p>\n<p>hier: \u00a0\u00a0 \u00a0Jacobigutachten etwa oder andere Werke<\/p>\n<p>Es sei zitiert aus einem Sachverst\u00e4ndigengutachten dort S. 11 f\u00fcr das Sozialgericht Chemnitz<br \/>\n&#8211; S 8 U 368\/06 KN -, wo erkl\u00e4rt wird:<\/p>\n<p>\u201eeine Verursachungswahrscheinlichkeit von mindestens 50 % zu fordern, die sich auf die epidemiologisch ermittelte Verdoppelungsdosis f\u00fcr die zur Debatte stehende b\u00f6sartige Erkrankung bezieht. Dabei wird die Verdoppelungsdosis VD allgemein definiert als die Dosis eines Schadfaktors, die im exponierten Kollektiv mindestens doppelt so viele Erkrankungsf\u00e4lle im Vergleich mit einer nichtexponierten Kontrollpopulation induziert.\u201c<\/p>\n<p>Weiter hei\u00dft es:<\/p>\n<p>\u201eDie Verdoppelungsdosis VD entspricht einer Verursachungswahrscheinlichkeit VW von<br \/>\n50 %. \u201e<\/p>\n<p>Was ist hier passiert?<\/p>\n<p>Man argumentiert hier, als g\u00e4be es die Listenberufskrankheit Nr. 2402 f\u00fcr den vorliegenden Fall noch gar nicht.<\/p>\n<p>Statt dessen stellt man in Frage, was der Verordnungsgeber durch Schaffung der Listennummer 2402 l\u00e4ngst entschieden hat, n\u00e4mlich die einfache Kausalit\u00e4t im Listenfall, die bis zur Miturs\u00e4chlichkeit reichen darf.<\/p>\n<p>Verletzt wird hier die Kausalit\u00e4tsnorm der gesetzlichen Unfallversicherung und Berufskrankheitenversicherung in dem Sinne, da\u00df wesentliche Miturs\u00e4chlichkeit der beruflichen Bedingungen vollkommen ausreichend ist.<\/p>\n<p>Auf BSG in NJW 1964, 2222 wird Bezug genommen, wo die Rede ist von dieser Kausalit\u00e4tsnorm und der Hinweis gegeben wird, da\u00df selbst ein verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig niedriger zu wertende Bedingung beruflicher Art sehr wohl wesentlich sein kann.<\/p>\n<p>Diese allgemein g\u00fcltige Kausalit\u00e4tsnorm, die zu Gewohnheitsrecht erstarkt ist, wird in den Lungenkrebsf\u00e4llen der Uranbergleute nun deutlich verletzt, wenn eine Verdoppelungsdosis gefordert wird, die nachzuweisen w\u00e4re.<\/p>\n<p>Dies ist eine unzul\u00e4ssige H\u00fcrde, selbst sogar f\u00fcr die Frage der Listenerweiterung, d.h. der Erweiterung der Berufskrankheitenliste, wo ebensowenig eine Verdoppelungsdosis zu fordern ist.<\/p>\n<p>Die rechtlich zu kl\u00e4rende Frage ist schlicht diejenige, ob die Belastung im Uranbergbau wesentlich miturs\u00e4chlich ggf. verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig niedriger zu bewertende Mitursache, wurde f\u00fcr den eingetretenen Lungenkrebs.<\/p>\n<p>Es verst\u00f6\u00dft gegen die Denkgesetze, diesen Zusammenhang zu leugnen und es verst\u00f6\u00dft \u00fcberdies gegen die Kausalit\u00e4tsnorm wie bezeichnet, in dem Sinne, da\u00df wesentliche Miturs\u00e4chlichkeit gen\u00fcgt.<\/p>\n<p>Der Verdoppelungsdosis bzw. der dahingehenden Anforderung begegnen wir in gerichtlichen Beweisbeschl\u00fcssen nicht eben selten, wo gefragt wird, ob der Arbeitsunfall oder die Berufskrankheit ann\u00e4hernd gleichwertig durch die Berufsarbeit bedient wurde oder nicht.<\/p>\n<p>Dies f\u00fchrt zu unzul\u00e4ssigen Berechnungen, sehr zum Schaden der Versicherten, die dann leer ausgehen, obwohl sie beruflich gesch\u00e4digt worden sind, im Sinne der wesentlichen Miturs\u00e4chlichkeit und dies hinreichend wahrscheinlich ist.<\/p>\n<p>Plausibilit\u00e4t des Zusammenhangs gen\u00fcgt also rechtlich.<\/p>\n<p>Das Jacobigutachten d\u00fcrfte eine unzul\u00e4ssige Beweisregel sein, im Sinne des antizipierten Parteigutachtens, sofern dieses also vom Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften herausgegeben wird.<\/p>\n<p>Rechtsanwalt<br \/>\nFachanwalt f\u00fcr Sozialrecht<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Lungenkrebserkrankung durch Strahlenbelastung im Uranbergbau; hier: Jacobigutachten etwa oder andere Werke","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[75,157,158,154,152,16,155,156,159],"class_list":["post-128","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-berufskrankheit","tag-dosis","tag-erkankungsfalle","tag-lungenkrebs","tag-mitursachlichkeit","tag-sozialgericht","tag-strahlenbelastung","tag-uranbergbau","tag-verdoppelungsdosis","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.battenstein.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/128","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.battenstein.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.battenstein.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.battenstein.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.battenstein.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=128"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.battenstein.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/128\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":130,"href":"https:\/\/www.battenstein.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/128\/revisions\/130"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.battenstein.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=128"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.battenstein.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=128"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.battenstein.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=128"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}